Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit

An dieser Stelle möchten wir Ihnen die Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit darstellen. Diese umfassen die Bereiche der musikalischen Erziehung, der Bewegungserziehung, der ŸSpracherziehung, Bereiche der Montessori-Pädagogik, Natur- und Umwelterfahrungen und weitere Erziehungsbereiche bzw. Angebote für die Kinder

Musikalische Erziehung


Die musikalische Erziehung hat einen sehr hohen Stellenwert in unserer Einrichtung. Wir singen täglich verschiedene Lieder, sowohl im Morgen- als auch im Stuhlkreis. Das Repertoire umfasst religiöse Lieder, Lieder zur Begrüßung, zu den verschiedenen Jahreszeiten, zu verschiedenen Themen (z.B. Wald, Märchen), Lieder in verschiedenen Sprachen (z.B. englisch, afrikanisch), Abschiedslieder etc. Die Lieder werden mit Gitarre begleitet.

Außerdem steht uns ein gutes Sortiment an verschiedenen Instrumenten zur Verfügung, das ca. einmal wöchentlich zum Einsatz kommt. Während des Freispiels bekommen die Kinder die Instrumente auf Anfrage und unter Aufsicht zum Spielen.

Weiterhin gehören zur musikalischen Erziehung auch Singspiele, z.B. Kreis -und Fingerspiele, Tänze, Rhythmusspiele (Verbindung von Bewegung und Singen, z.B. Aramsamsam) und die Stimmbildung (z.B. das Summen von Tönen, laut/leise, hoch/tief singen, Silben singen etc.)

Singen und Musizieren ist sehr wichtig für die Sprachentwicklung, für die Entwicklung von Selbstbewusstsein, für Konzentration und Merkfähigkeit und für eine positive und fröhliche Grundstimmung des Kindes.

Seit 2009 haben wir außerdem die Auszeichnung "FELIX - kleine Kinder singen gerne" für besonders singfreudige Kindergärten!

Bewegungserziehung


In der heutigen Zeit leiden immer mehr Kinder an Bewegungsmangel, Haltungsschäden, Störungen der Grob- und Feinmotorik und anderen physischen Auffälligkeiten. Um dem vorzubeugen, bzw. entgegenzuwirken ist es von größter Bedeutung, den Kindern möglichst viele Situationen zu schaffen, in welchen sie ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben können.

Außerdem bestätigen wissenschaftliche Forschungen die Tatsache, dass durch gut ausgebildete Basissinne vermehrt Synapsen im Gehirn verknüpft werden und die Kinder dadurch mehr und besser lernen können!

Die Basissinne sind der taktile Sinn (Tastsinn), der kinästhetische Sinn (Sehnen, Muskeln, Gelenke) und der vestibuläre Sinn (das Gleichgewicht).

Es ist uns daher wichtig, den Kindern ausreichende Möglichkeiten zu bieten, ihre Basissinne und somit ihre Grobmotorik zu entwickeln und zu verbessern.

Denn: Ausreichende Bewegung ist die beste Schulvorbereitung!


Wir bieten folgende Bewegungsmöglichkeiten im Tagesablauf:

Der Turn- und Bewegungsraum ist für die Kinder während der Freispielzeit frei zugänglich. Die Anzahl der Kinder ist nicht reglementiert, d.h. die können das Angebot also jederzeit nutzen. Der Raum ist ausgestattet mit einer kleinen Kletterwand, einem Klettergerüst, Leiter, Langbänken, ausreichend Matten, weichen Bällen, Hüpftieren, Autos, Roller und einem Trampolin.
Einmal wöchentlich turnen wir mit den Kindern in zwei bis drei Gruppen mit verschiedenen Materialien, z.B. mit Stäben, Seilen, Bällen oder Stühlen.

Wenn die Kinder an manchen Tagen sehr laut und unruhig sin, machen wir von den Angeboten im Stuhlkreis verschiedene Bewegungsspiele im Turnraum, z.B. Feuer-Wasser-Blitz, damit sie sich anschließend besser konzentrieren können.

Auch im Stuhlkreis werden zwischendurch immer wieder kleine Bewegungsspiele mit eingebaut, z.B. das Tanzspiel "Schmetterling du kleines Ding", Flohtanz usw.

Im Gruppenraum stehen den Kindern zwei Kuschelecken zur Verfügung, hier dürfen sie (allerdings nur in Zimmerlautstärke) auch mal eine kleine Kissenschlacht machen, Höhlen bauen, auf der Matratze hüpfen usw.

Die besten Möglichkeiten zur Bewegung bietet unser großer Garten. Diesen nutzen wir täglich, mindestens eine halbe Stunde während der Abholzeit. Hier können die Kinder frische Luft tanken, Fußball spielen, auf Bäume klettern, schaukeln, rutschen, Lager bauen, mit Sandspielsachen arbeiten oder mit Straßenmalkreise malen. Bei schönem Wetter verbringen wir natürlich entsprechend mehr Zeit im Garten!

In regelmäßigen Abständen machen wir auch Spaziergänge durch das Dorf, auf die Wiese oder zu den Spielplätzen in Wülflingen.

Bedeutung des Turnraumes / Bewegungsraums:

Grundsätzlich ist hierbei erst einmal zu beachten, dass Bewegung zu den wichtigsten Bedürfnissen von Kindern gehört, viele grundlegende Fähigkeiten werden über die Bewegung erlernt und trainiert:

Körpererfahrungen

  • Was kann ich alles mit meinem Körper tun?
  • Wie viel Kraft steckt in mir?
  • Wo komme ich an meine Grenzen?

  • Was tut mir gut, was nicht?

  • Wie kann ich meine Geschicklichkeit und Ausdauer verbessern?


Schulung der Grobmotorik

  • Laufen, Hüpfen, Klettern, Springen, Werfen und anderes in ungezwungener Atmosphäre ausprobieren können, ohne die Beobachtung und den Druck in der Turnstunde
  • Verbesserung des Gleichgewichtes; geringeres Verletzungsrisiko, weil die Kinder ihren Körper besser beherrschen und "fallen lernen"!
  • Bewegung fördert die Wahrnehmung und die Koordination des Körpers und hat somit auch einen großen Einfluss auf die Feinmotorik (Malen, Schneiden usw.) und auf die Sprachentwicklung

Bewegung

  • Bewegung beugt Haltungsschäden vor, unterstützt das Immunsystem und fördert die Konzentration auf nachfolgende Angebote im Kreis.

Verbesserung des Sozialverhaltens

  • Die Kinder lernen sich mit anderen zu arrangieren, nachzugeben und sich durchzusetzen, zu bestimmen und sich anzupassen, zu teilen, Kontakte zu anderen zu knüpfen usw.
  • Außerdem lernen die Kinder auch, wie man mit Konfliktsituationen umgeht und werden von uns dazu angeleitet, ihre Konflikte zu diskutieren und eine annehmbare Lösung zu finden.

Aufbau von Selbstbewusstsein

  • Kinder sind stolz auf Ihre Leistungen und haben Erfolgserlebnisse, jeder in seinem eigenen Tempo, z.B. beim Klettern, Ball werfen etc. Dies verschafft dem Kind Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und gibt ihm Handlungsmöglichkeiten.

Kreativität

  • Da im Turnraum wenig vorgefertigtes Material vorhanden ist, wird hier die Phantasie der Kinder angeregt. So bauen sie z.B. aus dem Klettergerüst und aus Matten ein Piratenschiff, eine Insel, ein Gefängnis, ein Lager etc. Die Bälle sind mal Kanonenkugeln, Essen für den Hund, Eintrittskarten usw.
    Außerdem werden im Turnraum viele Rollenspiele erfunden, es wird getanzt, mit Matten wie auf Eis geschlittert und vieles mehr!
  • Außerdem werden im Turnraum viele Rollenspiele erfunden, es wird getanzt, mit Matten wie auf Eis geschlittert und vieles mehr!

Spracherziehung


Auch die Spracherziehung ist uns äußerst wichtig, denn Sprache ist ein sehr wichtiges Medium um mit anderen in Kontakt zu treten, zu kommunizieren, seine eigenen Wünsche, Bedürfnisse und Interesse artikulieren zu können.

Leider nehmen Sprachstörungen immer mehr zu und die Ursachen sind vielfältig. Um dem entgegenzuwirken stehen in unserer Einrichtung täglich wechselnd folgende Angebote auf dem Programm:

  • Zungenspiele für die Mundmotorik (z.B. Gummibärchen-Wäsche)
  • Fingerspiele, Reime, Verse, Rätsel usw.
  • Märchen und Geschichten erzählen und vorlesen, dazu gestalten wir auch Schauplätze mit Tüchern, Puppen, Legematerial usw.)
  • Bilderbücher vorlesen und betrachten, die Kinder erzählen dazu (im Kreis, während des Freispiels, nach dem Aufräumen)
  • Regelmäßige Gesprächsrunden in der großen Gruppe (zu verschiedenen Themen, Interessen der Kinder, z.B. Gewitter, Tiere, Feuerwehr, was gerade aktuell ist), Problemgespräche (z.B. wie können wir es schaffen, dass der Maltisch besser aufgeräumt ist usw.)
  • Rollenspiele, Rhythmusspiele (z.B. Löwenjagd)
  • Sprachtraining "Hören, lauschen, lernen" für die Kinder vor der Einschulung (dieses Training bereitet auf den Erwerb der Schriftsprache vor, beugt einer Lese- und Rechtschreibschwäche (Legasthenie) vor und wird täglich durchgeführt.

Montessori-Pädagogik


Wir möchten auch verstärkt Elemente der Montessori-Pädagogik in unsere Arbeit einfließen lassen. Die anschauliche und ganzheitliche Methode von Maria Montessori ist heute noch genauso aktuelle und kann Kindern wertvolle Erfahrungen zuteilwerden lassen.

Da die Materialien leider sehr teuer sind, können wir nur schrittweise neue Dinge einführen.
Diese Bereiche stehen den Kindern bereits zur Verfügung:

Übungen des täglichen Lebens:

  • Wasser gießen (als Vorbereitung auf Getränke einschenken, Flüssigkeiten umfüllen)
  • Reis schütten (mit dem Löffel umgehen)
  • Hände waschen (Sinneserfahrungen für die Finger)
  • Rahmen mit Verschlüssen (selbstständiges Anziehen und Schließen von Kleidung üben)

Sinnesmaterial (bietet gleichzeitig mathematische Erfahrungen):

  • Knopflose Zylinder
  • Einsatzzylinder
  • Blaue geometrische Körper
  • Braune Treppe
  • Rosa Turm
  • Farbtäfelchen

Sprachmaterial:

  • Holzbuchstaben zum Tasten
  • Buchstaben-Stempel

Außerdem gehören auch Übungen der Stille zur Montessori-Erziehung
Diese praktizieren wir täglich mit den Kindern, um Ruhe in die Gruppe zu bringen und auf nachfolgende Angebote vorzubereiten.

Dazugehören z.B.

  • Ein Glöckchen im Kreis herumgeben, ohne das es klingelt
  • Auf die Klangschale hören, bis der letzte Ton verklungen ist
  • Der Melodie einer Spieluhr lauschen
  • Mit geschlossenen Augen warten, bis man mit einer Feder o.ä. berührt wird
  • Etwas im Kreis herumgeben, ohne zu sprechen (z.B. Stein, Schneckenhaus) mit Meditationsmusik im Hintergrund
  • Hörspiele (etwas durch genaues Hinhören erraten)
  • Auf Geräusche von draußen hören und diese zuordnen (Vögel, Straßenlärm)

Weiterhin machen wir mit den Kindern ab und zu Massagegeschichten (sich selbst oder ein anderes Kind massieren) oder legen mit Materialien Bilder auf den Teppich (Glassteine, Goldpapier, Blumen)

Auch das Ausmalen von Mandalas erzeugt eine ruhige Stimmung. Die vorbereitete Umgebung gehört ebenfalls zur Montessori-Pädagogik und ist für uns von großer Bedeutung- Es geht darum, den Raum immer wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen. Das heißt, jedes Spiel, Puzzle oder Material hat seinen festen Platz im Raum und in den Regalen und soll immer an der gleichen Stelle zu finden sein. Das gibt den Kindern Orientierung und Sicherheit und hat gleichzeitig Aufforderungscharakter, denn schlampiges und unaufgeräumtes Spielzeug lädt die Kinder nicht zum Spielen und Arbeiten ein.

Unsere Aufgabe als Personal ist es, die Kinder beim Aufräumen anzuleiten und selbst immer wieder zu sortieren und zu ordnen, denn

Äußere Ordnung führt zu innerer Ordnung!

"Die Erzieher haben eine Pflicht materieller Ordnung: Die Umgebung stetig zu pflegen, sodass sie sich sauber, glänzend, geordnet darstellt; Die Folgen der Abnutzung durch den Gebrauch zu beheben oder auch für anziehenden Schmuck im Raum zu sorgen. Wie ein treuer Diener es tut, der das Haus in Erwartung seines Herrn bereitet." (nach Maria Montessori)

Natur- und Umwelterfahrungen


Unser Garten bietet den Kindern viele Möglichkeiten um Natur kennen zu lernen und zu erfahren.
Hier können sie z.B. im Herbst Nüsse, Äpfel und bunte Blätter sammeln, im Winter Schnee und Eis erleben und Vögel füttern, im Frühling und im Sommer Blumen pflücken, das erste Sprießen der Blätter wahrnehmen, Beeren ernten, mit Sand, Erde und Wasser spielen und Tiere, wie Spinnen, Käfer, Eichhörnchen, Würmer und Ameisen beobachten (Lupe). Außerdem gibt es Natursteine und Holzstücke zum Spielen und Bauen, dichtes Gebüsch zum Verstecken und einige Kletterbäume.

Bei Spaziergängen und Wanderungen gibt es für die Kinder viel zu entdecken, z.B. Blumengärten, den Bach in Wülflingen, verschiedene Tiere (Hunde, Katzen, Hühner, Hasen und Enten), Wiesen, Felder und vieles mehr.

Ab und an machen wir mit den Kindern kleine Ausflüge z.B. zu einem Reiter- oder Bauernhof, zu Schafen und ähnlichem.

Nach dem großen Erfolg unseres Waldtages möchten wir mit den Kindern öfter den Lebensraum Wald erforschen.

Auch eine Obstbaumblüten-Wanderung soll sich als fester Bestandteil der Naturerfahrungen etablieren. Später werden wir mit den Kindern das Reifen der Früchte beobachten und im Herbst gemeinsam aus den geernteten Äpfeln frischen Apfelsaft pressen.

In unserem Gruppenraum hat der Jahreszeitentisch seinen festen Platz gefunden. Er wird mit charakteristischen Dingen der jeweiligen Jahreszeit geschmückt, z.B. im Herbst mit braunen und grünen Tüchern, Äpfeln, Nüssen, buntem Herbstlaub und anderen Schätzen, die um diese Jahreszeit zu finden sind.

In unserer Einrichtung praktizieren wir die Mülltrennung, das heißt, die Kinder sollen lernen, den Müll in die vier verschiedenen Abfallbehälter Papier, Kompost, Plastik+Alu und Restmüll zu sortieren.

Weitere Erziehungsbereiche &
Angebote für die Kinder


Mathematische Bildung

Montessori-Material, Waage mit Gewichten, tägliches Zählen der Kinder im Morgenkreis, Regelspiele und Puzzles mit Zahlen, den Tisch decken (Teller und Tassen abzählen), Holzziffern zum Tasten
Projekt: Komm mit ins Zahlenland (Einführung der Zahlen 1-10 mit Zahlenhäusern, -gärten und -tieren, dazu Spiele und Geschichten)

Kreativitätserziehung

Den Kindern stehen jederzeit Malpapier, buntes Papier, Wolle, Scheren, Kleber, Bunt- und Wachsmalstifte zur Verfügung. Auch die Wasserfarben und Knete sind für die Kinder frei zugänglich. Wenn Kinder etwas Besonderes für Ihre Kunstwerke benötigen (z.B. bestimmte Papiersorten oder Glitzerfolie) bekommen sie dies auf Anfrage.
Etwa einmal wöchentlich bieten wir zusätzlich eine angeleitete Bastelarbeit an, jedes Kind sollte diese Arbeit im Laufe der Woche machen. Außerdem malen wir regelmäßig Bilder zu verschiedenen Themen, denn das freie Malen finden wir sehr wichtig aus aussagekräftig. Es soll jedoch kein Kind dazu gezwungen werden.

Hauswirtschaftliche Tätigkeiten

Ab und zu bereiten wir mit den Kindern ein gemeinsames Essen vor, wie z.B. Gemüsesuppe, Schnittlauchbrote oder Obstteller.

Sinnesübungen

(Riechen, Schmecken, Tasten, Hören und Sehen) werden spielerisch erlernt z.B. Kimspiele, "Wer rupft, wer zupft?"

Religiöse Erziehung

In unserer Einrichtung steht die religiöse Erziehung nicht im Vordergrund, dennoch bereiten wir uns mit den Kindern auf die religiösen Festtage, wie Sankt Martin, Weihnachten und Ostern mit Liedern, Rollenspielen und Geschichten vor.
Besonders viel Zeit planen wir für das Erzählen der Weihnachtsgeschichte ein und erleben so jeden Tag ein Stück von der langen Reise und dem Leben von Maria und Josef.
Die Kinder genießen diese stille Zeit vor Weihnachten und lassen sich sehr tief auf diese besondere Geschichte ein. Zusätzlich gestalten wir den Krippenweg jeden Tag mit neuen Dingen. Wir nehmen ca. 2-3 mal jährlich an einem Gottesdienst in der Gemeinde teil und bereiten und mit Liedern darauf vor (z.B. Martinstag, St. Barbara, Lichtfest).
Jedes Jahr kommt der Pfarrer, der Kaplan oder der Diakon zu uns in die Einrichtung um sowohl das Aschenkreuz, als auch den Blasiussegen zu geben. Hierzu gestalten wir eine kleine Feier und laden auch Eltern und Geschwister zu uns ein.
Religiöse Angebote und Erzählungen gestalten wir ganzheitlich mit Liedern, Gesten und dem Gestalten eines Mittelbildes (nach dem Religionspädagogen Franz Kett).
Wir beten vor dem Essen ein Tischgebet mit den Kindern.

Sozialerziehung

Den angemessenen Umgang mit anderen, Werte und Normen lernt das Kind vor allen Dingen im täglichen Miteinander. Wir können aber auch Situationen schaffen, um diese den Kindern gezielt zu vermitteln: Im Morgenkreis / Stuhlkreis begrüßen wir einander mit einem Händedruck und Augenkontakt, wir lassen jeden aussprechen und hören zu. Wir besprechen gemeinsam wichtige Dinge und finden gemeinsam Lösungen für Probleme (Kinderkonferenz).
Am Esstisch lernen die Kinder den Umgang mit Besteck, "Bitte" und "Danke" zu sagen, ein Tischgebet zu sprechen und Tischgespräche zu führen.
Beim Anziehen in der Garderobe helfen die Kinder sich gegenseitig und sollen auch darauf achten, niemanden zu schubsen oder zu treten (beengter Platz).
Konfliktlösung: Wenn Kinder miteinander spielen, gibt es oft Konflikte. Dies ist ganz normal und positiv zu bewerten, da sie hier lernen Ihre Interessen durchzusetzen und Selbstbewusstsein aufzubauen. Allerdings müssen die Kinder so bald als möglich lernen, dass Schlagen, Boxen, Zwicken und Treten keine Lösungen für Streitigkeiten sind.

Wir versuchen deshalb, den Kindern möglichst frühzeitig Handlungskompetenzen für Konfliktsituationen zu vermitteln. Dabei bedienen wir uns der sog. "Niederlagslosen Methode" nach Gordon. Dies bedeutet, dass wir als Erzieher uns nicht selbst zum "Richter" machen und das Urteil fällen, da wir oft die Ursache eines Konfliktes gar nicht genau kennen. Unsere Aufgabe ist es, den eskalierten Streit zunächst zu stoppen, evtl. Aufgebrachte und weinende Kinder zu beruhigen und anschließend mit den Kindern gemeinsam zu erörtern, wie es zu dem Streit kam. Jedes Kind darf dabei seine Sicht der Dinge und die damit verbundenen Gefühle (ich bin sauer, wütend, traurig...) äußern. Anschließend helfen wir den Kindern eine für beide Seiten befriedigende Lösung zu finden. Hierdurch lernen die Kinder nach und nach, ihre Konflikte selbst zu lösen, erlernen Handlungsmöglichkeiten (z.B. Gefühle zu äußern, Bedürfnisse anmelden,...) und werden unabhängiger von uns Bezugspersonen.

Selbstständigkeit und Verantwortung

Die Kinder sollen in unserer Einrichtung lernen, sich selbst anzuziehen, ihre Sachen aufzuräumen (Bilder, Schuhe,...), ihr Geschirr abzuräumen, sich selbst Getränke einzugießen, Botengänge zu erledigen, Konflikte zu lösen, auf eigene Sachen acht zu geben (Spielzeug), Spielsachen selbst aufzuräumen, ihre Eigentumsfächer zu verwalten, ihre Mappen einzusortieren, die Kerze anzuzünden, hauswirtschaftliche Tätigkeiten zu verrichten, usw.

Förderung der Kinder im Jahr vor der Einschulung

Vorab eine wichtige Feststellung: Vorschulerziehung beginnt nicht erst im letzten KiGa-Jahr, sondern bereits mit dem Kindergarteneintritt und ist ein "fortlaufender" Prozess, bei dem sich die Kinder stetig weiterentwickeln.
Um die 5-6 jährigen Kinder gezielt auf die Schule vorzubereiten, treffen sich diese 2-3 mal pro Woche allein.
Hier bieten wir Arbeitsblätter, Mandala-Malen, Merk- und Gedächtnisspiele (z.B. "Ich packe meinen Koffer") an, führen Gesprächsrunden, erfinden Geschichten, arbeiten an etwas schwierigeren Bastelarbeiten (Sticken, Faltarbeiten, Schneckenhaus aus Wolle kleben,...).
Außerdem beginnen wir im Oktober mit dem Sprachtraining "Hören, lauschen, lernen". Dieses Programm beinhaltet tägliche, kleine Einheiten, bereitet auf den Erwerb der Schriftsprache vor und beugt der Lese- und Rechtschreibschwäche (Legasthenie) vor.

Besondere Aktionen für die "Großen"

Besuch durch den Polizisten, Schulweg erkunden, Besuche und Schnuppertage in der Schule, Vorschulausflug, Übernachtungsfest im Kindergarten